Walhaie jeden Frühling: Koh Ran Peds Zwillingsinseln
23 เมษายน 2569
Koh Ran Ped und Ran Kai liegen 14 km vor Chumphons Küste. Von März bis Juli folgen Walhaie dem Plankton in den nur 18 m tiefen Kanal zwischen den Zwillingsinseln — Schnorchler begegnen ihnen auf Tagestouren ab 1.700 THB.
Ein Planktonkanal zwischen zwei Inseln
Etwa 14 Kilometer vor der Küste des Bezirks Pathiu in der Provinz Chumphon ragen zwei Kalksteinhügel aus dem Golf von Thailand. Koh Ran Ped — Enteninsel — liegt kaum 300 Meter von ihrer kleineren Zwillingsinsel Koh Ran Kai — Hühnerinsel — entfernt. Der Kanal zwischen beiden ist höchstens 18 Meter tief, doch er wirkt wie ein Trichter, der nährstoffreiches Wasser aus dem offenen Golf in einen schmalen Korridor presst. Jeden Frühling löst diese Konzentration eine Planktonblüte aus, der Walhaie nicht widerstehen können.
Von März bis Juli zieht es Rhincodon typus in Gewässer, die so flach sind, dass Schnorchler — nicht nur Gerätetaucher — den größten Fisch der Erde auf Augenhöhe erleben. Beide Inseln gehören zum Mu Ko Chumphon Nationalpark, einem 317 km² großen Meeresschutzgebiet, das im November 1989 eingerichtet wurde und über 40 Inseln umfasst. Innerhalb des gesamten Archipels gelten Ran Ped und Ran Kai als der zuverlässigste Punkt für Walhai-Begegnungen im Golf von Thailand.
Songkran 2025: Walhaie fast täglich
Während der fünftägigen Songkran-Ferien vom 11. bis 14. April 2025 tauchten Walhaie bei Ran Ped und Ran Kai nahezu jeden Tag auf. Thailändische Medien berichteten, dass Tausende Besucher in die Region strömten und allein in diesen fünf Tagen geschätzte 20 Millionen Baht an Einnahmen generierten. Lokale Bootsführer hatten den zwei regelmäßig gesichteten Tieren Spitznamen gegeben: „Nong Jud" und „Nong Prik Thai".
Einen Monat später, am 12. Mai 2025, wurde ein besonders großer Walhai fotografiert, der gemächlich über dem östlichen Riff von Ran Ped kreiste. Die Unterwassersicht betrug an diesem Tag rund 20 Meter — Spitzenbedingungen im klarsten Monat der Chumphon-Gewässer.
Das Riff abseits der Walhaie
Walhaie dominieren die Schlagzeilen, doch die Zwillingsinseln beherbergen eines der dichtesten ständig bewohnten Riffökosysteme im Golf. Erhebungsdaten des Nationalparks bescheinigen der Chumphon-Inselgruppe die höchste Artenvielfalt bei Fischen im gesamten Golf von Thailand.
Auf 3 bis 5 Metern Tiefe breiten sich weitläufige Anemonenfelder aus — manche 20 bis 30 Quadratmeter groß —, in denen Hunderte Clarks Anemonenfische zwischen den Tentakeln tanzen. Darunter wechselt die Szenerie zu Geweihkorallen, Tischkorallen und massiven Porites-Kolonien.
- Tiefe: 3–18 m (Schnorcheln bis Sporttauchen)
- Korallentypen: Geweihkorallen, Tisch-Acropora, massive Porites, krustenbildende Montipora
- Standortfische: Clarks Anemonenfisch, Gelbschwanzbarrakuda, Fledermausfisch, Zackenbarsch, Muräne, Kugelfisch
- Wirbellose: Riesenmuschel (Tridacna), Languste, Fangschreckenkrebs, roter Neptunbecher-Schwamm
- Saisonale Besucher: Walhaie (März–Juli), Schwarzspitzen-Riffhai, Meeresschildkröte
Schwarze Korallen und die Herzhöhle
Unterhalb von 10 Metern an der Westflanke von Ran Ped wandelt sich das Riff: Hartkorallengärten weichen einer Schwarzkorallenzone, die zu den dichtesten in ganz Thailand zählt. Der Nationalpark dokumentiert, dass der Chumphon-Archipel die landesweit höchste Konzentration an Schwarzkorallen aufweist — konzentriert auf Ran Ped und das benachbarte Hin Lak Ngam. Die Kolonien zeigen drei Farbvarianten: helles Gelb, Weiß und Gold, und siedeln an Überhängen und Vertikalwänden zwischen 12 und 18 Metern.
Auf der Südseite von Ran Ped führt ein kurzer Durchschwimmgang in eine kleine Kaverne mit einer natürlich herzförmigen Öffnung zur Wasseroberfläche. Thailändische Social-Media-Nutzer haben diesen „Unseen"-Spot berühmt gemacht, doch die Formation dient zugleich als Putzstation, an der junge Süßlippen und Falterfische von Putzerlippfischen parasitenfrei gehalten werden. Rote Gorgonien rahmen den Eingang und liefern einen Vordergrund, der bei fast jedem natürlichen Licht funktioniert.
Wann hin? Die beste Reisezeit
Chumphons Tauch- und Schnorchelsaison läuft gegenläufig zur Andaman-Küste. Wenn Richelieu Rock und die Similans im Mai schließen, erreicht die Golfseite gerade ihren Sichtweitenhöhepunkt.
- März–April: Saisonstart. Wassertemperatur 28–29 °C. Erste Walhai-Sichtungen. Sichtweite 10–15 m, steigend
- Mai: Spitzenklarheit. Sichtweiten bis 20 m. Höchste Walhai-Frequenz. Planktonblüte auf Maximum
- Juni–Juli: Spätsaison. 29–30 °C. Walhaie noch möglich, aber unberechenbarer. Nachmittags Schauerrisiko
- August–Oktober: Monsunübergang. Bedingungen wechselhaft. Einige Tauchbasen pausieren
- November–Februar: Nebensaison. Kühleres Wasser, reduzierte Sicht, keine Walhaie
Die Kerntemperatur liegt zwischen 28 und 30 °C — ein 3-mm-Shorty reicht völlig. Von April bis Mai beträgt die durchschnittliche Sichtweite 15–20 Meter, an ruhigen Tagen auch mehr.
Anreise und Kosten
Ran Ped und Ran Kai sind reine Tagesausflugsziele — Übernachtungsmöglichkeiten gibt es auf keiner der beiden Inseln. Schnellboote und Longtailboote starten von Anlegestellen im Bezirk Pathiu, vor allem vom Bang-Berd-Gebiet oder dem Baan Koh Teab Pier, etwa eine Autostunde südlich von Chumphon Stadt.
- Schnellboot-Tagestour: 1.700–2.500 THB pro Person (inkl. Schnorchelausrüstung, Guide, Parkeintritt, Mittagessen)
- Longtail-Charter: 2.500–4.000 THB pro Boot (2–4 Passagiere, flexibler Zeitplan)
- Nationalparkgebühr: 200 THB (Erwachsene, ausländische Besucher) / 40 THB (thailändische Staatsbürger)
- Fahrtzeit: 30–45 Minuten ab Bang Berd Pier
- Mindestteilnehmerzahl: 6 Gäste für Schnellbootfahrten
Ganztagestouren machen in der Regel drei Stopps: Schnorcheln an Ran Ped, ein zweiter Punkt an Ran Kai oder einem nahen Riff, und Meeresfrüchte-Mittagessen auf Koh Yor. Abfahrt gegen 08:00 Uhr, Rückkehr gegen 16:00 Uhr.
Walhai-Etikette: Die 2-3-Meter-Regel
Einem Walhai beim Schnorcheln zu begegnen — ohne Atemregler, ohne Tarierjacke, nur mit Maske und Flossen — gehört zu den zugänglichsten Erlebnissen der Unterwasserwelt. Gleichzeitig wird nirgends so leicht gegen Regeln verstoßen. Die thailändische Meeres- und Küstenbehörde (DMCR) setzt an Ran Ped Verhaltensrichtlinien durch, die internationalen Standards entsprechen.
- Abstand zum Kopf: mindestens 2 Meter
- Abstand zu Körper und Schwanz: mindestens 3 Meter
- Nicht berühren: Bakterien der menschlichen Haut können Infektionen auf den Hautzähnchen des Hais verursachen
- Kein Blitzlicht: Blitze schädigen die Augen und stören das Fressverhalten
- Nicht aufsitzen oder Flossen greifen: Körperkontakt löst Stressreaktionen aus und kann abruptes Abtauchen provozieren
- Max. Schnorchler pro Hai: Guides begrenzen Gruppen auf 8–10 Personen im Wasser
Jenseits der Zwillinge: Chumphons Unterwasser-Landkarte
Ran Ped und Ran Kai sind der Hauptact, doch der Chumphon-Archipel bietet über 40 weitere Inseln. Koh Ngam Noi zeigt bereits auf 5 Metern Tiefe eines der fotogensten Geweihkorallenfelder im Golf. Das Wrack der HTMS Prab 741 aus dem Zweiten Weltkrieg steht aufrecht auf Sand in 30 Metern — erreichbar für Advanced-Taucher mit einem einzigen Tauchgang. Und die Durchschwimmgänge von Koh Thalu führen durch Kalksteintunnel, an deren Ausgängen Schwarzspitzen-Riffhaie patrouillieren.
Chumphon bleibt eine der am wenigsten betauchten Provinzen Thailands. An einem gewöhnlichen Wochentag in der Saison teilt ein Boot am Ankerplatz von Ran Ped das Wasser mit zwei oder drei weiteren — ein Bruchteil des Betriebs an vergleichbaren Tauchplätzen vor Koh Tao oder den Similans. Diese Ruhe, kombiniert mit Walhai-Chancen auf Richelieu-Rock-Niveau bei einem Bruchteil der Kosten und Anreisezeit, macht die Zwillingsinseln zu einem überzeugenden Argument, den Kompass nach Osten statt nach Westen auszurichten.




























