Koh Thalu: Durchschwimmgänge in Chumphons Kalksteininsel
23 เมษายน 2569
Eine kleine Kalksteininsel im Mu Koh Chumphon Nationalpark, durch die das Meer einen gewaltigen Durchgang erodiert hat. Dazu eine herzförmige Höhle, seltene Seeanemonen und Schwarzspitzen-Riffhaie.
Eine Insel, die das Meer durchbohrt hat
Dreizehn Kilometer vor Pak Nam Chumphon ragt eine kleine Kalksteininsel aus dem Golf von Thailand empor. Aus der Ferne wirkt sie unspektakulär — bis man näher kommt und die Öffnung erkennt. Ein gewaltiger Hohlraum, über Jahrhunderte durch Wellenerosion aus dem Gestein herausgewaschen, durchdringt die Insel von einer Seite zur anderen. Bei günstigen Gezeitenbedingungen können Schnorchler und Taucher durch den Durchgang schwimmen und auf der gegenüberliegenden Seite wieder auftauchen. Das thailändische Wort „Thalu" (ทะลุ) bedeutet „durchbohrt" oder „durchlöchert" — und Koh Thalu hält exakt, was der Name verspricht.
Die Insel liegt im südlichen Bereich des Mu Koh Chumphon Nationalparks, eines Meeresschutzgebiets mit über 40 Inseln im oberen Golf von Thailand. Fernab der beliebteren Ngam-Inseln im Norden empfängt Koh Thalu kaum Besucher. Es gibt keinen Strand, keine Unterkunft — nur Kalksteinklippen und eine Unterwasserwelt, die den Bootsausflug rechtfertigt.
Durchschwimmgang und herzförmige Höhle
Der Durchschwimmgang von Koh Thalu ist kein glatter Tunnel, sondern ein System aus mehreren Hohlräumen, das sich ober- und unterhalb der Wasserlinie erstreckt. Der zentrale Durchgang ist groß genug für Taucher mit vollständiger Ausrüstung, doch ob er sicher passierbar ist, hängt von Gezeitenstand, Dünung und Sichtweite ab.
Auf der gegenüberliegenden Seite der Insel öffnet sich eine zweite Höhle, deren Eingang die Form eines Herzens hat. Diese Laune der Erosion entstand lange vor dem Zeitalter der sozialen Medien, sorgt aber zuverlässig für Fotomotive. Bei Sonnenauf- und -untergang fällt Licht durch die zentrale Öffnung und erzeugt eine stimmungsvolle Szenerie.
- Gesteinstyp: Marine Karstverwitterung (Kalkstein)
- Durchgang: Bei günstigen Gezeiten für ausgerüstete Taucher passierbar
- Herzförmige Höhle: Gegenüberliegende Inselseite, von der Oberfläche sichtbar
- Lichteffekte: Sonnenlicht durchdringt die zentrale Öffnung bei Sonnenauf-/untergang
Meeresleben rund um die Insel
Die erodierten Kalksteinformationen schaffen eine vielgestaltige Unterwassertopographie — Überhänge, Felssimse, Spalten und Geröllfelder — die eine für die geringe Inselgröße erstaunliche Artenvielfalt beherbergt. Hauptdarsteller sind die Seeanemonen. Chumphons Gewässer beheimaten Anemonenarten und Farbvarianten, die anderswo im Golf von Thailand kaum vorkommen. Die windgeschützten Felsnischen um Koh Thalu bieten ideale Anheftungspunkte, und nahezu jede Kolonie wird von Anemonenfischen bewohnt.
In den Flachwasserzonen dominieren Hartkorallen: Geweihkorallen (Acropora) bilden Dickichte in 3–6 Metern Tiefe, Hirnkorallen überziehen die wellenexponierten Flächen, und Blumenkorallen setzen Farbakzente in den Geröllzonen. Laut dem thailändischen Amt für Meeres- und Küstenressourcen (DMCR) weisen die Gewässer des Mu Koh Chumphon Nationalparks die höchste Fischarten-Diversität im Golf von Thailand auf.
Die Fischgemeinschaft um Koh Thalu besteht hauptsächlich aus Riffbewohnern. Schwärme von Füsilieren ziehen in silbernen Vorhängen vorbei. Kaiserfische, Falterfische und Papageifische bearbeiten die Korallenköpfe. Blaupunkt-Stechrochen ruhen auf Sandflecken zwischen den Felsblöcken. Sepien schweben im Mittelwasser und wechseln mit jedem Augenblick die Farbe. An guten Tagen patrouillieren Schwarzspitzen-Riffhaie die tieferen Bereiche südlich der Insel — typischerweise in 10–15 Metern Tiefe.
Tauchplätze im Detail
- Nordseite (Höhlen-/Durchschwimmzone): Steilwände fallen bis 8–12 m ab. Hier konzentrieren sich der Hauptdurchgang und kleinere Überhänge. Am besten bei Stauwasser tauchen. Achtung: Steinfische und Skorpionfische, perfekt an der Felswand getarnt.
- Westseite (Korallengarten): Sanfte Neigung, 5–10 m Tiefe. Dichte Anemonenfelder und Hartkorallenbestände. Geeignet für OWD-Taucher und Schnorchler.
- Südseite (Tiefenzone): Das Riff reicht bis 15–18 m über Geröll und Sand. Schwarzspitzen-Riffhaie und größere Fische bevorzugen diesen Bereich. Stärkere Strömung, eher für AOWD geeignet.
- Tiefenbereich: 5–18 m
- Sichtweite: 10–20 m (am besten im Mai)
- Strömung: keine bis mäßig
- Wassertemperatur: 28–30 °C
- Niveau: alle Level (Durchschwimmgänge für erfahrene Taucher empfohlen)
- Gefahren: Feuerkorallen, Kegelschnecken — übliche Tropenvorsichtsmaßnahmen
Saison und Anreise
Chumphons Tauchsaison verläuft genau entgegengesetzt zur Andamanenküste. Während Phuket und die Similaninseln von Mai bis Oktober wegen des Südwestmonsuns schließen, bietet die Golfseite der Halbinsel beste Bedingungen. März bis September ist die optimale Zeit, wobei der Mai generell die klarsten Verhältnisse liefert — Sichtweiten können 20 Meter übersteigen. Gleichzeitig erreicht die Walhaisaison an den nahen Inseln Ran Ped und Ran Kai ihren Höhepunkt, was eine kombinierte Reiseplanung attraktiv macht.
Boote nach Koh Thalu legen am Pier von Pak Nam Chumphon (Laem Thaen) ab und überbrücken die 13 Kilometer in 30–40 Minuten. Die meisten Besucher erleben Koh Thalu als Station einer Schnorchel-Tagestour durch den Nationalpark — üblicherweise mit Stopps an Koh Ngam Noi, Koh Ngam Yai und Koh Kalok. Tagestouren kosten circa 1.200–2.000 THB.
Chumphons geologischer Zusammenhang
Koh Thalu ist Teil einer geologischen Familie. Quer durch den Mu Koh Chumphon Nationalpark erzählt die Kalkstein-Karstlandschaft eine zusammenhängende Geschichte von Erosion, Besiedlung und Riffbildung. Hin Lak Ngam zeigt, was geschieht, wenn Schwarze Korallen unterseeische Felsformationen besiedeln — mit Thailands größter bekannter Konzentration. Koh Mattra bietet einen Unterwasser-Naturlehrpfad mit Beschilderung. Koh Lang Ka Jiw dient gleichzeitig als Schwalbennest-Klippe und Tauchplatz. Koh Thalus Beitrag: ein Durchschwimmgang, an dem Geologie und Tauchen buchstäblich zusammentreffen.
Naturschutz und Sicherheit
Der Mu Koh Chumphon Nationalpark wurde am 24. November 1989 offiziell eingerichtet. Die Durchschwimmpassagen stellen eine besondere Herausforderung für den Naturschutz dar: In den engen Räumen konzentriert sich der Tauchverkehr, und versehentliche Flossenschläge oder Tankberührungen können fragile Aufwuchsorganismen beschädigen. Saubere Tarierung und Wandabstand sind Pflicht — nicht nur zum Schutz der Umwelt, sondern auch zur eigenen Sicherheit. Die Feuerkorallen (Millepora) an den Innenwänden der Durchgänge verursachen bei Hautkontakt eine schmerzhafte Verbrennung. Die Insel dient zudem im März und April als Brutplatz für Seevögel.
Das Wrack der HTMS Prab 741 liegt südlich von Koh Ngam Noi und ermöglicht ein kontrastreiches Taucherlebnis — Stahlstruktur gegen Naturkalkstein — an einem einzigen Tag. Chumphon bleibt eines der am wenigsten besuchten Tauchgebiete Thailands, obwohl es Nationalpark-Status, Walhaie und eine Golf-Saison bietet, die genau die Lücke füllt, wenn die Andamanenküste schließt.




























