Herzförmiges Riff und königliche Inschrift: Koh Lang Ka Jiw
23 เมษายน 2569
Koh Lang Ka Jiw im Mu Koh Chumphon Nationalpark birgt ein herzförmiges Korallenriff, eine Inschrift von König Rama V. und Hunderttausende Salanganen.
Kalksteinfelsen und ein Schwarm aus Hunderttausenden
Etwa 15 Kilometer vor der Küste Chumphons ragt eine kleine Kalksteininsel aus dem türkisfarbenen Wasser des Golfs von Thailand. Steile Klippen durchzogen von Höhlen, Kokospalmen, die sich an unmögliche Felsvorsprünge klammern, und darüber — eine kreisende Säule aus Hunderttausenden Salanganen, so dicht, dass sie einen wandernden Schatten auf die Meeresoberfläche wirft. Das ist Koh Lang Ka Jiw, eine winzige Insel im Mu Koh Chumphon Nationalpark, die eine Schwalbenest-Konzession und ein herzförmiges Korallenriff an einem einzigen GPS-Punkt vereint.
Das herzförmige Riff an der Westseite
Wer auf der Westseite ins Wasser gleitet, erreicht nach wenigen Flossenschlägen das Saumriff. Aus der Vogelperspektive zeichnet die Korallenformation eine unverkennbare Herzform — ein Zusammenspiel aus Geologie und Korallenwachstum, das die Insel zum Geheimtipp unter thailändischen Schnorchlern gemacht hat. Entscheidender als die Form ist allerdings der Zustand: Das Riff hat die schlimmsten Bleichereignisse im Golf von Thailand weitgehend überstanden, zum einen wegen der geringen Besucherzahl, zum anderen wegen des Kalksteinsubstrats, das Steinkorallen ideale Haftpunkte bietet.
Die Tiefe reicht von knapp einem Meter am Ufersaum bis etwa 8–10 Meter am Außenrand. Im Mai — dem klarsten Monat in Chumphon — kann die Sichtweite 20 Meter überschreiten. Papageifische, Falterfische, Anemonenfische, Blaufleckenrochen und gelegentlich Echte Karettschildkröten gehören zum Standardrepertoire.
- Rifftyp: Saumriff, vorwiegend Steinkorallen
- Tiefe: 1–10 m
- Sichtweite: 10–20 m, am besten im Mai
- Wassertemperatur: 28–30 °C ganzjährig
- Typische Arten: Papageifische, Falterfische, Anemonenfische, Blaufleckenrochen, Karettschildkröte
- Korallenzustand: gut bis ausgezeichnet (Westseite)
Schwalbenester, Höhlen und eine königliche Inschrift
Koh Lang Ka Jiw ist in erster Linie eine Schwalbennest-Insel. Die Kalksteinklippen sind von unzähligen Höhlen durchzogen — zusammenfassend Tham Nok Nang Aen (Schwalbenhöhle) genannt —, in denen Hunderttausende essbare Nester bauende Salanganen nisten. Die Konzession zur Ernte besteht seit Jahrzehnten, weit länger als der Nationalparkstatus. Ein Wächter lebt ganzjährig auf der Insel; Besucher müssen vor dem Betreten um Erlaubnis bitten. Die Höhlen selbst sind für Touristen strikt gesperrt.
Am Eingang der Haupthöhle befindet sich eine Steininschrift von König Chulalongkorn — Rama V. —, die königliche Besuche in den Jahren 1898–1899 (R.S. 117–118) dokumentiert. Der reisefreudige König soll die Insel dreimal besucht haben. Die Inschrift gehört zu den wenigen royalen Markierungen auf einer Golfinsel südlich von Bangkok und verleiht dem Ort ein historisches Gewicht jenseits seiner marinen Qualitäten.
Anreise und Kosten
Tagesausflüge nach Koh Lang Ka Jiw starten von Chumphons Hauptpiers — Laem Thaen (auch Ban Pak Khlong) und Hat Sai Ree. An geraden Tagen führt die Schnorchelroute auch über Koh Mattra, Koh Lak Raet und Koh Lawa. Pakete inklusive Schnorchelausrüstung, Mittagessen und Guide kosten 1.200–2.000 THB pro Person. Nationalparkgebühren kommen separat hinzu.
- Abfahrtspier: Laem Thaen / Ban Pak Khlong, Hat Sai Ree
- Entfernung: ca. 15 km vom Festland
- Fahrtzeit: 45–60 Minuten
- Tagesausflug: 1.200–2.000 THB (Ausrüstung + Essen + Guide)
- Parkeintritt: 200 THB (Ausländer) / 40 THB (Thais)
- Öffnungszeiten: 08:00–17:00 Uhr
- Zugänglicher Bereich: ca. 50 m Sandstrand; Höhlen gesperrt
Tauchsaison und optimaler Zeitpunkt
Chumphons Tauchkalender läuft gegenläufig zur Andamanenseite. Während die Similan- und Surin-Inseln von Mitte Mai bis Oktober wegen des Monsuns geschlossen sind, bietet die Golfseite genau dann die besten Bedingungen. März bis September bringt ruhige See, warmes Wasser und die höchste Sichtweite. Der Mai sticht heraus — Sichtweiten über 20 Meter sind dann keine Seltenheit. Während Songkran im April 2025 wurden an den nahe gelegenen Inseln Koh Ran Ped und Koh Ran Kai täglich Walhaie gesichtet, was dem lokalen Tourismus Einnahmen von über 20 Millionen THB bescherte.
Februar und Oktober können noch taugliche Bedingungen bieten, November bis Januar bringt der Nordostmonsun dagegen höheren Wellengang und möglicherweise Tourabsagen.
Die Chumphon-Inselgruppe verbinden
Koh Lang Ka Jiw steht selten allein auf dem Programm. Die Standardroute kombiniert die Insel mit Koh Mattra — Standort von Thailands erstem Unterwasser-Naturpfad — und Koh Lawa. Zertifizierte Taucher können ihre Tour auf Koh Thalus Durchschwimmgänge oder die Schwarzkorallenfelder bei Hin Lak Ngam ausweiten. Das Wrack der HTMS Prab 741, als künstliches Riff versenkt, liegt weiter südlich und richtet sich an fortgeschrittene Taucher.
Der Mu Koh Chumphon Nationalpark wurde am 24. November 1989 gegründet, umfasst über 40 Inseln und weist die höchste Fischarten-Diversität im Golf von Thailand sowie die größte Schwarzkorallenkonzentration des Landes auf. Die täglichen Besucherzahlen bleiben dennoch weit hinter Koh Tao oder den Similan-Inseln zurück.
Vor der Abfahrt
Der 50 Meter lange Strand ist der einzige zugängliche Landbereich — wer sich den Klippen oder Höhlen nähert, wird vom Wächter höflich, aber bestimmt zurückgewiesen. Riffverträgliche Sonnencreme ist hier besonders wichtig, da die flachen Korallen bei Ebbe praktisch unter den Füßen liegen. Süßwasser, Schatten oder Verkaufsstände gibt es auf der Insel nicht — alles kommt vom Boot. Für alle, die eine Chumphon-Tauchtour planen, eignet sich Koh Lang Ka Jiw ideal als entspannter Stopp zwischen anspruchsvolleren Tauchplätzen. Das Riff ist intakt, die Geschichte authentisch, und das Schauspiel der Salanganen über dem Kopf hat in Thailands üblicher Inselszene kein Pendant.




























