7 Kampfsterne und ein zweites Leben als Riff in 30 Metern
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7 Kampfsterne und ein zweites Leben als Riff in 30 Metern

27 เมษายน 2569

Ein Landungsschiff aus dem Zweiten Weltkrieg, das Okinawa und Incheon erlebte, steht aufrecht in 30 m vor Koh Chang — bedeckt mit Korallen, besucht von Walhaien.

Barrakudas halten Formation in zwanzig Metern Tiefe. Hunderte bilden eine langsam rotierende Säule entlang der Backbord-Reling eines Kriegsschiffs, das aufrecht auf weißem Sand steht — als hätte es beschlossen, nicht mehr weiterzufahren. HTMS Chang erstreckt sich über hundert Meter vom Bug bis zum Heck: Thailands größtes Wrack und das einzige, das sieben Kampfsterne verdient hat, bevor es Korallen wachsen ließ.

Von Pittsburgher Stahl zur Pazifikfront

Am 15. Oktober 1944 legte die Dravo Corporation in Pittsburgh den Kiel der LST-898. Sechs Wochen später lief der Rumpf vom Stapel, am 29. Dezember wurde das Schiff in Dienst gestellt. Die Daten sprachen von Nutzen, nicht Eleganz: 1.625 Tonnen Verdrängung, hundert Meter Länge, fünfzehn Meter Breite, Höchstgeschwindigkeit 11,6 Knoten. Besatzung: 117 Mann. Transportkapazität: 163 Soldaten mit Fahrzeugen. Bewaffnung: zwei Zwillings-40-mm-Geschütze, vier Einzel-40-mm und zwölf 20-mm-Kanonen.

Von April bis Juni 1945 fuhr LST-898 Nachschub an die umkämpften Strände von Okinawa — erster Kampfstern. Im August 1950 für den Koreakrieg reaktiviert, nahm sie an der Landung bei Incheon teil, die den Krieg wendete. In den folgenden zehn Jahren sammelte sie sechs weitere Kampfsterne — sieben insgesamt: einer aus dem Pazifik, sechs aus Korea.

1955 in USS Lincoln County umbenannt, 1961 außer Dienst gestellt. Am 31. August 1962 an die Königlich Thailändische Marine übergeben und nach der Insel Koh Chang benannt: HTMS Chang.

Warum die thailändische Marine ihr eigenes Schiff versenkte

Nach fast vierzig Dienstjahren unter thailändischer Flagge stand die Verschrottung bevor. Thailands Behörde für Meeres- und Küstenressourcen schlug eine Alternative vor: Treibstoff und Gefahrstoffe entfernen, Einstiegsöffnungen für Taucher schneiden, das Schiff als künstliches Riff versenken.

Am 22. November 2012 sank die HTMS Chang in kontrollierter Flutung auf Sandboden fünf Kilometer vor der Südküste Koh Changs. Dreißig Meter Tiefe, perfekt aufrecht. Binnen Wochen begann der Algenbewuchs, nach Monaten trugen die Geschütztürme Weichkorallen. Das Hauptdeck bei zwanzig Metern liegt im OW-Bereich, und die Tiefe hält das Wrack aus dem Schiffsverkehr heraus.

Vier Tiefenzonen an einem Rumpf

  • 5–12 Meter: Mast und Kapitänskajüte — Der Mast reicht bis fünf Meter unter die Oberfläche, an ruhigen Tagen für Schnorchler sichtbar. Die Kapitänskajüte liegt bei zwölf Metern mit intakten Bullaugen. Bei guter Sicht lässt sich von hier die gesamte Hundert-Meter-Silhouette überblicken.
  • 12–20 Meter: Oberdeck und Geschütztürme — Das Hauptdeck bei zwanzig Metern ist die soziale Zone des Wracks. Fledermausfische kreisen zu dreißig und mehr um die Brücke, unbeeindruckt von Kameras. Die Zwillings-40-mm-Geschütze, inzwischen mit orangem Schwamm bewachsen, sind das meistfotografierte Motiv. OW-Taucher mit sicherem Tarierverhalten verbringen hier problemlos einen ganzen Tauchgang.
  • 20–27 Meter: Gänge und Durchschwimmgänge — AOW-Bereich. Interne Gänge verbinden die Abteilungen. Tageslicht reicht zur Navigation, doch eine Lampe enthüllt orange und violette Korallen auf dem Stahl. Feuerfische stecken in Ecken, Zackenbarsche besetzen Türöffnungen. Die Durchschwimmgänge sind breit genug für zwei Taucher nebeneinander.
  • 27–30 Meter: Laderäume und Kiel — Die tiefste Zone. Die Laderäume bei 28–29 Metern bieten Raum zum Durchflossern, doch Sediment am Boden bestraft schlechte Tarierung. Wrack-Spezialausbildung ist Voraussetzung. Am Kiel auf dreißig Metern weißem Sand wird Stickstoffnarkose zum Faktor. Nitrox verlängert die Nullzeit, beseitigt aber nicht das Narkoserisiko.

Dreizehn Jahre Stahl, verwandelt in Riff

Dreizehn Jahre Untertauchen haben den Rumpf in ein geschichtetes Ökosystem verwandelt. Horizontale Flächen tragen dichte Matten aus Weichkorallen in Rot, Violett und leuchtendem Orange. Schwämme bedecken die vertikalen Wände. Seeanemonen sitzen in Bullaugen, begleitet von Anemonenfischen. Die Farbpalette kontrastiert eindrucksvoll mit dem einst einheitlichen Grau des Anstrichs.

Barrakudas formieren sich über der Backbord-Reling, Stachelmakrelen jagen in Schwärmen über das Oberdeck, Cobia kreuzen im Mittelwasser zwischen Mast und Brücke. Mehrere Zackenbarscharten — von kleinen Korallenforellen bis zu großen Marmor-Zackenbarschen — bewachen Türöffnungen wie Dauerbewohner. Muränen winden sich durch Spalten in der Außenhaut. Unter dem Kiel gleiten Rochen über den Sand.

Wer langsam taucht, entdeckt die Makrowelt: Nacktschnecken, Plattwürmer und Porzellankrebse auf Nieten und Bolzenköpfen. Der Stahl bietet Textur, die natürliches Riff nicht hat — und kleine Organismen nutzen jede Oberfläche.

Walhaie von Januar bis April

Zwischen Januar und April kehren Walhaie in die Gewässer von Koh Chang zurück. Das Wrack — die größte vertikale Struktur im Umkreis von Kilometern Sandgrund — dient als Wegmarke auf ihrer Route.

Im Januar 2026 filmte ein lokales Tauchteam einen Walhai, der das Wrack umkreiste. Garantie gibt es keine — der Golf von Thailand ist keine kontrollierte Futterstelle —, doch das Muster jährlicher Rückkehr hält seit mehreren Hochsaisonen an. Die Tauchbasen der Insel bieten in der Walhai-Saison zusätzliche Wrack-Fahrten an, teilweise kombiniert mit Freiwasser-Suchmustern südlich des Wrackplatzes.

Einem Walhai am Wrack zu begegnen, vermittelt ein anderes Gefühl als an einer Putzstation oder im offenen Ozean. Das Tier schwimmt durch Struktur — vorbei an Geschütztürmen, über die Brücke, entlang eines Rumpfes, der länger ist als es selbst —, und der Maßstab wird auf eine Weise greifbar, die blaues Wasser allein nicht bietet.

Bedingungen und beste Reisezeit

Hochsaison (November–April)
Ruhige See, Sichtweiten 15–25 Meter, Spitzenwerte im Februar und März, wenn der Nordostmonsun abklingt. Wassertemperatur 28–29 °C. Tauchbasen fahren täglich zum Wrack.
Übergangsmonate (Mai, Oktober)
Meist tauchbar, aber Nachmittagsgewitter können Ausfahrten streichen. Sichtweite 10–15 Meter. Manche Basen senken die Preise.
Nebensaison (Juni–September)
Südwestmonsun bringt Wellengang und eingeschränkte Sicht — 5–10 Meter an rauen, 10–15 an ruhigeren Tagen. Wassertemperatur 29–30 °C. Manche Tauchbasen pausieren, andere fahren morgens raus. Weniger Taucher heißt: mehr Fisch pro Quadratmeter Rumpf.

Die Strömung am Wrack ist meist schwach bis mäßig. An einzelnen Tagen erfordert Oberflächenströmung ein Drift-Protokoll, doch normalerweise erreicht man die Brücke in unter einer Minute über die Festmacherboje.

Anreise und Kosten

Koh Chang liegt sechs Autostunden östlich von Bangkok — oder eine Flugstunde nach Trat, dann Taxi und dreißig Minuten Fähre. Tauchbasen konzentrieren sich an der Westküste nahe dem Bang-Bao-Pier.

  • Fun Dive (Buddy-System, ohne Guide) — ab 1.000 THB pro Person
  • Geführter Wracktauchgang mit Divemaster — 2.000–2.500 THB (Flasche, Blei, Boot inklusive)
  • Wracktauchgang mit Tauchlehrer — ca. 3.500 THB pro Person
  • Zwei-Flaschen-Tagestrip — 3.500–4.500 THB (Frühstück, Mittagessen, zwei Tauchgänge, Leihausrüstung bei Bedarf)

Die Preise der Tauchbasen auf Koh Chang sind weitgehend einheitlich. Mehrtagesbuchungen und Gruppen erhalten Rabatte. Mindestzertifizierung außen: OW. Durchschwimmgänge: AOW. Laderäume: Wrack-Spezial.

Ein Ausrüstungscheck vor dem Ablegen lohnt die fünf Minuten — Stahlkanten verzeihen keinen losen Schlauch.

Quellen

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