500 Meter von Shark Point — das Riff, das niemand einzeln bucht
29 เมษายน 2569
Anemone Reef liegt 500 Meter nördlich von Shark Point — ein einzelner Fels voller Farbe, den die meisten Phuket-Tagesboote nur als Bonustauchgang behandeln.
Das Standardprogramm eines Phuket-Tagesboots umfasst drei Tauchgänge — Shark Point, Anemone Reef, King-Cruiser-Wrack. Fragt man die Taucher nach der Rückkehr, erinnern sie sich an Leopardenhaie und Schiffswrack. Das Anemone Reef, 500 Meter nördlich von Shark Point, bietet pro Quadratmeter mehr Lebewesen als jeder andere Punkt der Route — und wird dennoch stets nur als Zwischenstopp behandelt.
Eine Kalksteinsäule vom Sandgrund bis kurz unter die Oberfläche
Anemone Reef — auf Thai Hin Jom, „versunkener Felsen" — ist eine einzelne Kalksteinnadel, die rund 28 Kilometer östlich von Phuket aus dem Sandgrund ragt. Die Spitze liegt bei vier bis fünf Metern, der Fuß verteilt sich auf Sand in 24 bis 26 Metern Tiefe. An der Südseite trennt eine schmale Rinne einen kleineren Felsen ab, dessen Wände mit Gorgonienfächern und violett-roten Weichkorallen besetzt sind.
- Gipfeltiefe
- 4–5 Meter
- Grundtiefe
- 24–26 Meter (Sand)
- Struktur
- Einzelne Kalksteinnadel + abgetrennter Südfelsen
- Entfernung zu Shark Point
- ca. 500 Meter nördlich
- Entfernung zu Phuket
- ca. 28 km östlich (Abfahrt Chalong-Bucht)
Shark Point verteilt sich auf drei Pinnakle und belohnt das Driften; Anemone Reef bündelt alles in einer Säule und belohnt Geduld.
Tausende Anemonen als lebender Teppich
Ab etwa 18 Metern aufwärts verschwindet jede sichtbare Felsfläche unter einem durchgehenden Teppich aus Seeanemonen — vorwiegend Prachtanemonen (Heteractis magnifica) und Teppichanemonen (Stichodactyla-Arten). An Tagen mit mehr als 20 Metern Sicht wirkt der gesamte Felsen aus der Mittellage betrachtet wie eine pulsierende Farbwand: Lavendel, Petrol, gebranntes Orange, Creme.
Mindestens drei Anemonenfisch-Arten besetzen ihre jeweiligen Wirte — Clarks Anemonenfisch, Stinktier-Anemonenfisch und der Gewöhnliche Clownfisch (Amphiprion ocellaris). Die Dichte ist so hoch, dass die obere Felshälfte von permanentem Revierstreit summt.
Unterhalb der Anemonenzone übernehmen Weichkorallen — Weiß und Gelb an schattigen Überhängen, Rot und Violett an strömungsexponierten Flächen. Die Gorgonienfächer am Südfelsen erreichen fast 50 Zentimeter Spannweite und stehen senkrecht zur vorherrschenden Strömung, um Plankton optimal abzufangen.
Am Sand: Leopardenhaie und Rochen
Am Übergang von Kalkstein zu Sand ändert sich die Atmosphäre. Leopardenhaie (Stegostoma fasciatum) ruhen auf dem Sandboden rund um die Basis — dieselbe Population wie am Shark Point, denn beide Tauchplätze teilen sich einen 500 Meter langen Sandkorridor. Die zuverlässigsten Sichtungen fallen in den Zeitraum November bis März bei Wassertemperaturen von 27–28 °C.
Blaupunktrochen verbergen sich unter Felsvorsprüngen knapp über der Sandlinie. Die Rinne zwischen Haupt- und Südfelsen bietet die ruhigere Seite und damit höhere Trefferchancen. Am äußeren Rand kreisen Gelbschwanz-Barrakuda-Schwärme, und Makrelen blitzen silbern auf, wenn sie Köderfische gegen den Felsen treiben.
Paradies für Makro-Fotografen
Eine Kamera mit 60-mm- oder 100-mm-Makroobjektiv kommt hier schneller zum Einsatz als an jedem anderen Punkt der Phuket-Tagesroute.
- Gelbes Tigerschwanz-Seepferdchen — dokumentiert in 12–18 Metern Tiefe an Weichkorallenästen, bestätigt in Tauchprotokollen 2024–2025
- Porzellankrebse — filtrierfütternd in nahezu jeder großen Stichodactyla-Teppichanemone
- Nacktschnecken — mindestens zwölf Arten, darunter Chromodoris und Phyllidia
- Anglerfisch — gelegentlich in Spalten der Westseite, farblich perfekt an umgebende Schwämme angepasst
- Geisterpfeifenfisch — saisonal, am häufigsten Dezember bis Februar, schwebend bei Haarsternen in 15–20 Metern
Shark Point eignet sich für Weitwinkel — drei Pinnakle vor blauem Wasser erzeugen dramatische Kompositionen. Anemone Reef ist das Gegenteil: Es belohnt den langsamen Vorbeiflug, das Schweben, den zweiten Blick auf das, was zunächst wie Algen aussah.
Strömung lesen vor dem Abtauchen
Die Strömung am Anemone Reef reicht von kaum spürbar bis stark genug, um den Sicherheitsstopp zum Abenteuer zu machen. Da der Felsen isoliert auf offenem Sand steht, treffen Gezeitenwechsel ihn direkt. Stauwasser bietet die besten Bedingungen — nahezu Nullströmung und oft die beste Sicht.
- Hauptsaison (November–April) — ruhige See, Sicht 15–30 Meter, Wassertemperatur 27–29 °C
- Übergangsmonate (Mai, Oktober) — tauchbar, aber unberechenbar; Sicht 5–15 Meter
- Nebensaison (Juni–September) — die meisten Tauchbasen lassen diesen Platz aus
Der Tagestrip mit drei Tauchgängen (Shark Point + Anemone Reef + King-Cruiser-Wrack oder Koh Doc Mai) kostet laut Preislisten der Saison 2025–2026 pro zertifizierten Taucher 3.600 bis 4.000 Baht inklusive Ausrüstung. Nichttaucher zahlen rund 2.900 Baht.
Starke Strömung kann Taucher vom Felsen weg ins offene Wasser treiben — unser Leitfaden zum Umgang mit Oberflächenströmungen behandelt dieses Szenario ausführlich. Anemone Reef liegt außerhalb eines Nationalpark-Gebiets, daher fällt keine Parkgebühr an — anders als bei Tauchausflügen zu den Phi-Phi-Inseln, wo 600 Baht Parkgebühr erhoben werden.
Warum dieser Tauchplatz mehr als den zweiten Slot verdient
Der Standardablauf: erster Tauchgang Shark Point (der Name verkauft sich), zweiter Tauchgang Anemone Reef oder King Cruiser, Mittagspause, dritter Tauchgang je nach Bedingungen. Anemone Reef landet im mittleren Slot — 40 bis 45 Minuten.
Dieser Zeitrahmen wird dem Platz nicht gerecht. 60 Minuten am Anemone Reef — Abstieg auf 24 Meter Sand, spiralförmiger Aufstieg am Felsen, Abschluss im Anemonengarten bei 5 Metern — offenbaren Schichten, die ein kurzer Bounce-Tauchgang nie zeigen kann. Makro-Lebewesen brauchen Zeit: Erst wenn ein Taucher lange genug schwebt, wagen sie sich aus ihren Verstecken.
Einige Tauchbasen bieten inzwischen ein dediziertes Zweier-Paket am Anemone Reef an — ein tiefer und ein flacher Tauchgang am selben Felsen — kombiniert mit einem einzelnen Shark-Point-Tauchgang. Der Preis bleibt gleich. Der einzige Unterschied ist die Absicht: das Riff als Hauptattraktion statt als Pausenfüller.
Ein Pinnakle, das der Hitze standhält
Eine im Januar 2026 von Mongabay veröffentlichte küstenweite Bewertung bestätigte: Wiederholte marine Hitzewellen zwischen 2022 und 2024 vereinfachen die Riffstrukturen der Andamanensee — der durchschnittliche Korallenbedeckungsgrad liegt bei 35 %. Verzweigte Acropora-Korallen, die komplexen Architekten der Riffsysteme, nehmen ab.
Unterwasser-Pinnakle erzählen jedoch eine andere Geschichte. Eine 2024 im Ramkhamhaeng International Journal of Science and Technology veröffentlichte Studie ergab, dass Pinnakle vor der Küste Krabis — strukturell dem Anemone Reef ähnlich — eine Korallenbleiche-Prävalenz von nur 13–18 % aufwiesen, deutlich unter dem regionalen Durchschnitt.
Die Korallen-Kryobank der Phuket Rajabhat-Universität (gegründet Juni 2025) konserviert genetisches Material von Andamanen-Korallen als Absicherung. Derzeit bleibt das Anemone Reef strukturell intakt — eine kleine Kalksteinsäule voller Leben, 500 Meter von dort entfernt, wo alle hinschauen.




























