Phukets Vegetarierfest beginnt in diesem Schrein
4 พฤษภาคม 2569
Der Bezirk Kathu birgt Phukets chinesische Seele — Zinnbergbau-Erbe, den 200 Jahre alten Jui-Tui-Schrein und das extremste Festival Südostasiens. Warum Taucher ihre Reise darauf abstimmen sollten.
Jeden Oktober strömen Tausende weiß gekleidete Gläubige durch die engen Gassen an der Ranong Road in Phuket Town. Räucherstäbchen-Rauch brennt in den Augen, Feuerwerkskörper detonieren in pausenlosen Wellen. Im Zentrum der Prozession schreiten die Mah Song — Geistmedien — barfuß über rotes Papier, Stahlstäbe und Klingen ragen durch ihre Wangen, ihre Mienen dabei nahezu gelassen. Sie absorbieren das Unglück der Gemeinschaft, damit das kommende Jahr rein beginnen kann.
Das ist das Phuket Vegetarian Festival, das Fest der Neun Kaisergötter, die visuell intensivste religiöse Veranstaltung in Thailands Süden. Und sein spirituelles Epizentrum ist ein bescheidener taoistischer Schrein in einem Bezirk, den die meisten Strandtouristen nie betreten: der Jui-Tui-Schrein in Kathu.
Kathu: Wo Phukets Geschichte wirklich begann
Lange bevor Jet-Skis die Bucht von Patong einnahmen, lebte Phuket vom Zinnbergbau. Ab dem 16. Jahrhundert kamen Hokkien-Chinesen aus Chinas Provinz Fujian, angezogen von den alluvialen Zinnvorkommen im Inselinneren — Kathu war das Zentrum. Laut Provinzarchiven geht der Bergbau in Kathu mindestens auf 1809 zurück; Anfang des 20. Jahrhunderts war mehr als die Hälfte der Bevölkerung chinesischer Abstammung.
1992 schlossen die Minen endgültig, doch ihr Erbe lebt im Kathu Mining Museum (Eintritt 100 THB, montags geschlossen) mit acht thematischen Ausstellungsräumen. In den ruhigen Straßen ringsum stehen sino-portugiesische Shophouses, an Stützmauern prangen Zinnbergbau-Wandbilder, und ältere Bewohner sprechen am Morgenmarkt noch Hokkien.
Für Taucher, die Phuket auf dem Weg zu Similan-Tauchsafaris passieren, ist Kathu die Abkürzung zum Verständnis, warum diese Insel sich so stark vom übrigen Südthailand unterscheidet.
Der Jui-Tui-Schrein: Spiritueller Anker
1911 von Hokkien-Einwanderern gegründet, stand der Schrein ursprünglich in der Soi Romanee in der Altstadt. Nach einem Brand wurde er in die Soi Phuthorn an der Ranong Road verlegt, wo er seit über einem Jahrhundert steht. Er ist dem Tean Hu Huan Soy gewidmet, einer Gottheit für Gesundheit und Schutz.
Was den Jui-Tui-Schrein von Phukets Dutzenden anderer chinesischer Tempel abhebt, ist seine Rolle als Kommandozentrale des Vegetarierfests. Das Schrein-Komitee legt den Festkalender fest, organisiert die Hauptprozessionen und richtet die meistfotografierten Rituale aus. Wenn am Vorabend der hohe Bambus-Go Teng-Mast im Hof aufgerichtet wird, signalisiert das die Ankunft der Neun Kaisergötter — neun außergewöhnliche Tage beginnen.
Das Vegetarierfest: Neun Tage aus Feuer, Stahl und Stille
Der Legende nach gastierte 1825 eine chinesische Operntruppe aus Fujian in den Zinnlagern um Kathu, als eine Cholera-Epidemie ausbrach. Überzeugt, die Götter durch Vernachlässigung erzürnt zu haben, kehrten die Künstler zu strenger vegetarischer Kost und ihren Riten zurück. Sie wurden gesund, die Bergleute folgten ihrem Beispiel — ein Festival war geboren.
Zwei Jahrhunderte später findet das Fest während des neunten chinesischen Mondmonats statt, gewöhnlich im Oktober. Für 2026 werden die Daten um den 10.–18. Oktober erwartet (genaue Termine nach Bestätigung durch das Schrein-Komitee).
| Ritual | Was Sie erwartet |
|---|---|
| Go-Teng-Aufrichtung | Hoher Bambusmast im Jui-Tui-Hof — Signal für die Ankunft der Götter |
| Straßenprozessionen | Täglich: Tausende in Weiß, ohrenbetäubende Feuerwerkskörper |
| Mah-Song-Piercings | Stahlstäbe, Schwerter, Regenschirme durch die Wangen — keine Betäubung, angeblich kein Schmerz |
| Feuerlaufen | Barfuß über glühende Kohlen im Schreinhof, nach Einbruch der Dunkelheit |
| Klingenleiter | Barfuß eine Leiter aus geschärften Schwertblättern hinaufklettern |
| Abschiedszeremonie (Tag 9) | Laternenprozession zum Meer; Feuerwerk geleitet die Götter zurück |
National Geographic hat das Festival mehrfach dokumentiert und es als eines der visuell eindrücklichsten religiösen Ereignisse Asiens bezeichnet.
Über die Schreine hinaus: Was Kathu noch bietet
Der Kathu-Wasserfall liegt etwa auf halbem Weg zwischen Patong und Phuket Town — Eintritt frei, in der Monsunzeit (Juni–Oktober) am schönsten. Die Kathu-Kulturstraße nahe dem Museum zeigt Bergbau-Wandbilder und restaurierte Shophouses; ein Straßenfest im Juli präsentiert Hokkien-Aufführungen und lokale Küche. In den Nudelläden nahe dem Jui-Tui-Schrein gibt es Michelin-gelobte 50-Baht-Nudeln, die jeden Umweg rechtfertigen.
Taucherperspektive: Trip um das Festival planen
Der Oktober fällt in die Andamanen-Monsunsaison; Similan-Tauchsafaris starten meist erst ab Mitte Oktober. Das schafft eine ungewöhnliche Chance: ein paar Tage früher anreisen, das Vegetarierfest erleben und an Bord gehen, sobald die Bedingungen es erlauben.
Taucher, die Ende Oktober oder November die thailändische Tauchsafari-Route ansteuern, können einen Kulturtag in Kathu voranstellen. Der Schrein und das Museum liegen nur 20 Minuten vom Rassada Pier entfernt, wo die meisten Tauchsafaris ablegen.
Phuket wirbt mit Stränden und Nachtleben. Aber die fesselndste Geschichte der Insel ist die von chinesischen Migranten, die Zinn aus den Bergen gruben, Schreine zum Schutz ihrer Gemeinschaften bauten und ein Festival schufen, das jedes Jahr im Oktober Dokumentarfilm-Teams aus aller Welt anzieht. Die Mah Song zucken nicht, wenn der Stahl durch die Wange geht — Ihre Reiseplanung sollte das auch nicht.
























