Warum der OW-Kurs kaum Tarierung lehrt — 3 Übungen helfen
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Warum der OW-Kurs kaum Tarierung lehrt — 3 Übungen helfen

26 เมษายน 2569

Der Open-Water-Kurs widmet dem Tarieren gerade vier Minuten. Freihändig auf 18 Metern schweben erfordert ein systematisches Training, das die meisten Taucher überspringen.

Vier Minuten Tarierung in vier Tagen Kurs

Der PADI Open-Water-Kurs umfasst fünf Schwimmbadtauchgänge und vier Freiwassertauchgänge. In diesem dichten Programm bleibt für die Tarierung genau eine Übung übrig: der Flossenstand (fin pivot) und ein kurzer Bleicheck an der Oberfläche. Zusammen dauert das etwa vier Minuten — verteilt auf einen viertägigen Kurs, der ansonsten mit Maskenübungen, Atemreglerwechseln und Notaufstiegen gefüllt ist. Die restliche Kursdauer dient dem Überleben, nicht dem Schweben.

Das Ergebnis sieht man an jedem Tauchplatz der Welt: frisch brevetierte Taucher, die mit ausgestreckten Armen paddeln, ständig auf- und absinken und dabei Korallen streifen. Laut einer Analyse von Divers Alert Network (DAN) sind überbleite Taucher einem sechsfach erhöhten Unfallrisiko ausgesetzt, weil sie ihren Auftrieb weder kontrolliert reduzieren noch im Notfall schnell genug herstellen können.

Warum der Lehrplan so wenig Tarierung enthält

Die Antwort liegt in der Priorisierung. Ein Open-Water-Kurs muss in begrenzter Zeit die grundlegenden Sicherheitsfertigkeiten vermitteln: Atemreglerbeatmung, Maskenaustausch, kontrollierter Notaufstieg, Buddy-Verfahren. Diese Fertigkeiten retten unmittelbar Leben. Tarierung hingegen ist eine Fertigkeit, die sich über Dutzende von Tauchgängen entwickelt — und die Ausbildungsverbände wissen das. PADI selbst bietet deshalb den Spezialkurs Peak Performance Buoyancy (PPB) als eigenständige Weiterbildung an, weil der Grundkurs das Thema nur anreißen kann.

Im Jahr 2026 feiert PADI sein 60-jähriges Bestehen, und der Lehrplan hat sich in dieser Zeit erheblich weiterentwickelt. Dennoch bleibt der Grundkurs ein Kompromiss: Er soll Einsteiger sicher unter Wasser bringen, nicht zu perfekten Tauchern ausbilden. Die Tarierung fällt dabei als Erstes der Zeitknappheit zum Opfer.

Das Überbleiungsproblem verstehen

Etwa 90 Prozent der Tauchanfänger verlassen ihren OW-Kurs mit zu viel Blei am Gurt. Die Gründe dafür sind nachvollziehbar: Tauchlehrer geben lieber etwas mehr Blei, damit Anfänger problemlos abtauchen können, anstatt wertvolle Kurszeit mit exakten Bleichecks zu verbringen. Außerdem ändert sich der Bleibedarf im Laufe des Kurses, weil die Schüler entspannter werden und ihren Luftverbrauch senken.

Das Problem verschärft sich durch die Physik der Aluminiumflaschen, die in Südostasien weit verbreitet sind. Eine Aluminium-80-Flasche (AL80) durchläuft während eines Tauchgangs einen Auftriebswechsel von etwa 1,5 Kilogramm: Voll ist sie leicht negativ, leer wird sie deutlich positiv. Wer zu Beginn des Tauchgangs neutral tariert ist, schwebt am Ende nach oben — es sei denn, man hat die Atemtechnik so weit verfeinert, dass man den Auftriebsverlust über das Lungenvolumen ausgleichen kann.

Dazu kommt ein weiterer oft unterschätzter Faktor: Ein einzelner Atemzug verändert den Auftrieb um rund 0,5 Kilogramm. Die Lunge ist damit das feinste Tariermittel, das jeder Taucher besitzt — aber nur, wenn man gelernt hat, sie gezielt einzusetzen, statt hektisch ein- und auszuatmen.

Übung 1: Der systematische Bleicheck (OW-Level, Tauchgang 1–10)

Bevor man an der Tarierung arbeiten kann, muss das Grundgewicht stimmen. Der Bleicheck aus dem OW-Kurs war ein flüchtiger Moment an der Oberfläche — jetzt wird er zur bewussten Routine.

Durchführung

  1. Volle Flasche, komplette Tauchausrüstung, aufrechte Position im Wasser.
  2. Normale Einatmung halten — nicht maximal einatmen.
  3. Gesamte Luft aus dem Tarierjacket ablassen.
  4. Richtig tariert bedeutet: Augenhöhe liegt an der Wasseroberfläche. Beim Ausatmen sinkt man langsam ab.
  5. Am Ende des Tauchgangs wiederholen (mit fast leerer Flasche). Wer dann ohne Luft im Jacket aufsteigt, hatte zu viel Blei.

Diesen Bleicheck sollte man bei jedem Tauchgang in den ersten zehn Tauchgängen nach dem Brevet durchführen — besonders bei jedem Wechsel der Tauchausrüstung, des Neoprenanzugs oder der Flaschengröße. Viele Tauchbasen in Thailand helfen dabei gerne, wenn man darum bittet.

Übung 2: Statisches Hovern in Etappen (AOW-Level, Tauchgang 10–30)

Sobald das Gewicht stimmt, beginnt die eigentliche Tarierarbeit. Das Ziel: reglos im Wasser schweben, ohne Arme oder Beine zur Stabilisierung einzusetzen.

Stufe A — Horizontales Hovern auf 5 Metern

In flachem Wasser, idealerweise über einem Sandgrund, nimmt man eine horizontale Position ein: Arme verschränkt oder am Körper, Beine still. Die Tiefe wird ausschließlich über die Atmung kontrolliert. Einatmen hebt an, ausatmen senkt ab. Ziel: 60 Sekunden auf derselben Tiefe bleiben, ohne das Jacket zu berühren. Der Tauchcomputer dient als Referenz — eine Abweichung von mehr als 0,3 Metern gilt als Korrekturanlass.

Stufe B — Hovern auf 10 Metern mit Tiefenwechsel

Dieselbe Übung in größerer Tiefe, wobei man zusätzlich kontrollierte Tiefenwechsel von einem Meter einbaut — ausschließlich über die Atmung. Kein Flossenschlag, kein Jacket. Diese Übung trainiert das Gefühl dafür, wie lange eine Atemkorrektur braucht, bis sie als Tiefenänderung spürbar wird (etwa 3–5 Sekunden Verzögerung).

Stufe C — Hovern auf 18 Metern, Arme frei

In der maximalen OW-Tiefe schwebt man freihändig und führt dabei einfache Aufgaben durch: Kamera bedienen, etwas aus der Tasche nehmen, dem Buddy ein Zeichen geben. Wer das schafft, ohne dabei auf- oder abzusinken, hat eine solide Grundtarierung erreicht.

Der PADI Peak Performance Buoyancy-Spezialkurs (PPB) setzt genau hier an und kostet in Thailand zwischen 5.000 und 7.400 THB (Stand 2026). Er umfasst zwei Tauchgänge mit einem Tauchlehrer, der ausschließlich auf Tarierung und Trimm achtet — eine Investition, die sich in Komfort und Sicherheit bei jedem folgenden Tauchgang auszahlt.

Übung 3: Trimm und dynamisches Tarieren (50+ Tauchgänge)

Tarierung ist nicht nur eine Frage des Auftriebs, sondern auch der Körperposition im Wasser — des sogenannten Trimms. Ein Taucher mit perfekter Tarierung, aber schlechtem Trimm, liegt schräg im Wasser: Kopf oben, Beine unten. Das erzeugt Widerstand, erhöht den Luftverbrauch und erschwert das Vorankommen.

Trimmoptimierung

  • Flasche verschieben: Die Flasche am Tarierjacket nach oben oder unten schieben, bis die Hüfte und die Schultern auf gleicher Höhe sind.
  • Bleiverteilung: Blei nicht nur am Gurt tragen, sondern zwischen Gurt und Trimmbleitaschen aufteilen. Typische Verteilung: 60 Prozent am Gurt, 40 Prozent in den Trimmbleitaschen.
  • Flossentechnik: Vom Standard-Flutterkick zum Froschkick wechseln. Der Froschkick erzeugt keinen Abwärtssog und wirbelt keinen Sand auf — unverzichtbar bei Durchschwimmgängen und in Höhlenumgebungen.

Dynamisches Tarieren

Fortgeschrittene Taucher tarieren nicht mehr statisch, sondern passen ihren Auftrieb kontinuierlich an die Situation an: Beim Fotografieren halten sie die Luft kurz an (geschlossene Stimmritze, kein Luftanhalten im klassischen Sinne), um absolut still zu stehen. Beim Aufstieg zum Sicherheitsstopp auf 5 Metern lassen sie die Luft langsam aus dem Jacket, statt abrupt zu entlüften. Beim Schwimmen gegen Strömung passen sie die Atemtiefe an, um nicht gegen die eigene Tarierung arbeiten zu müssen.

Die Technologieperspektive: Avelo Hydrotank

Seit 2026 gewinnt das Avelo-System zunehmend an Aufmerksamkeit. Der Hydrotank ersetzt das klassische Tarierjacket durch eine integrierte Wasserblase in der Tauchflasche. Durch Aufnahme oder Abgabe von Wasser wird der Auftrieb direkt in der Flasche geregelt — ohne Luft im Jacket und ohne den Auftriebswechsel, den Aluminiumflaschen verursachen. Der Taucher benötigt deutlich weniger Blei und erlebt eine grundlegend andere Art der Tarierung.

Ob sich das Avelo-System langfristig durchsetzt, bleibt abzuwarten. Die Technologie ist vielversprechend, aber noch teuer und nicht überall verfügbar. Für die meisten Taucher bleibt die klassische Methode — richtiges Blei, guter Trimm, Atemkontrolle — der zuverlässigste Weg zu sauberer Tarierung.

Der Trainingsplan: Von Null auf Schweben

PhaseTauchgängeSchwerpunktErfolgskriterium
Grundlagen1–10Bleicheck bei jedem TauchgangBleigewicht auf ±0,5 kg genau
Statisch10–30Hovern auf 5, 10, 18 m60 s ohne Tiefenabweichung > 0,3 m
Dynamisch30–50Trimm, Froschkick, AtemtarierungHorizontaler Trimm, kein Sandaufwirbeln
Meisterschaft50+Freihändiges Arbeiten, StrömungstarierungMultitasking ohne Tiefenverlust

Häufige Fehler, die den Fortschritt bremsen

  • Zu schnelle Jacket-Korrekturen: Anfänger geben einen langen Luftstoß ins Jacket, statt kurze, kleine Impulse zu setzen. Die Reaktion kommt verzögert, und die Überkorrektur führt zum Jo-Jo-Effekt.
  • Vertikale Körperposition: Wer aufrecht im Wasser hängt, hat eine große Angriffsfläche und sinkt bei jeder Ausatmung deutlich ab. Horizontale Lage reduziert diesen Effekt.
  • Vernachlässigung des Neoprenanzugs: Ein 5-mm-Neoprenanzug verliert in 30 Metern Tiefe erheblich an Auftrieb durch die Kompression der Gasbläschen. Wer nur in flachem Wasser übt, erlebt in der Tiefe eine böse Überraschung.
  • Ignorieren des Atemmusters: Hektische, flache Atmung macht eine stabile Tarierung unmöglich. Lange, gleichmäßige Atemzüge sind die Grundlage.

Thailand als Trainingsgebiet

Thailand bietet hervorragende Bedingungen für das Tariertraining. Die Tauchplätze rund um Koh Tao, die Similan-Inseln und die Andamanensee bieten warmes Wasser (28–30 °C), gute Sichtweiten und eine Vielzahl von Tauchbasen, die PPB-Kurse anbieten. Die Wassertemperatur erlaubt es, mit dünnem Neopren (3 mm) oder sogar im Rashguard zu tauchen, was die Bleimenge reduziert und das Tariertraining vereinfacht.

Eine Tauchsafari zu den Similan-Inseln bietet drei bis vier Tauchgänge pro Tag über mehrere Tage — ideale Voraussetzungen, um die Tarierung systematisch zu verbessern. Wer sich für eine solche Reise interessiert, findet die meisten Tauchsafari-Anbieter in Khao Lak und Phuket.

Der Zusammenhang mit Sicherheit

Schlechte Tarierung ist nicht nur ein ästhetisches Problem. Sie hat direkte Auswirkungen auf die Sicherheit: unkontrollierte Aufstiege führen zu Dekompressionskrankheit, Kontakt mit dem Meeresboden zerstört empfindliche Lebensräume, und der erhöhte Luftverbrauch verkürzt die Tauchzeit und erhöht das Risiko, in eine Notfallsituation zu geraten.

DAN-Daten zeigen, dass überbleite Taucher ein sechsfach erhöhtes Unfallrisiko haben. Der Zusammenhang ist klar: Zu viel Blei bedeutet zu viel Luft im Jacket, was bei einem unkontrollierten Aufstieg zu einer unkontrollierten Expansion führt. Der Teufelskreis aus Überbleiung und Überkompensation ist einer der häufigsten Unfallmechanismen im Sporttauchen.

Weiterführende Ressourcen

Wer seine Tarierung systematisch verbessern möchte, sollte auch diese verwandten Themen kennen:

Quellen

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