Schwarzspitzenhaie auf 3 Metern: Koh Chans Riff
23 เมษายน 2569
Koh Chan im Samae-San-Archipel steht unter Marineschutz. In 3 m Tiefe patrouillieren Schwarzspitzen-Riffhaie, fünf Anemonenfisch-Arten besiedeln das Riff, und auf 16 m erstreckt sich ein Peitschenkorallen-Wald.
Schwarzspitzenhaie in knietiefem Wasser
Drei Meter Wassertiefe. Ein juveniler Schwarzspitzen-Riffhai, kaum einen Meter lang, zieht langsame Kreise über dem Sandgrund der Nordbucht von Koh Chan. Die schwarz gezeichnete Rückenflosse schneidet die Wasseroberfläche, dann verschwindet das Tier hinter einer Geweihkoralle. Kein Tauchschein nötig — Schnorchelmaske genügt.
Koh Chan (เกาะจาน) liegt rund 9 Kilometer südlich des Khao-Mar-Jor-Piers in Sattahip, Provinz Chonburi. Die Insel gehört zum Samae-San-Archipel, einem Verbund von neun Inseln unter Verwaltung der Königlich Thailändischen Marine, der 2021 offiziell zum Meeresschutzgebiet erklärt wurde. Man kann die Insel in zwanzig Minuten umschwimmen, doch die Unterwassertopografie bietet mehr Vielfalt pro Quadratmeter als die meisten Riffplätze im Golf von Thailand — von Hartkorallengärten ab 3 Metern bis zum Peitschenkorallenwald in 16 Metern Tiefe.
Unterwasser-Topografie: Nordbucht bis Südriff
Zwei klar getrennte Tauchzonen prägen Koh Chan. Die Nordbucht (Ao Khai) liegt geschützt, hat Sandgrund und wird selten tiefer als 6 Meter. Verstreute Korallenblöcke bilden jeweils eigene Ökosysteme mit Anemonen, Anemonenfischen und Putzergarnelen. Schnorchler und Open-Water-Schüler teilen sich die Zone problemlos.
Hinter dem östlichen Kap ändert sich das Bild. Felsbrocken rollen vom Steilufer ins tiefere Wasser und schaffen Überhänge und Spalten — Verstecke für Muränen, Blaupunkt-Rochen und ruhende Sepien. Das Südriff ist Koh Chans eigentliche Stärke: Dichte Hartkorallenbedeckung von 5 bis 12 Metern — Tischkorallen in Schichten, große Sternenkorallen-Kolonien — geht ab 12 Metern in einen Wald aus Peitschenkorallen, Schwarzen Korallen und Gorgonien-Fächern über.
- Nordbucht (Ao Khai): 2–6 m, Sandgrund, schwache Strömung
- Östliches Kap: 6–12 m, Blockfeld mit Überhängen und Spalten
- Südriff: 5–16 m, Hartkorallen, dann Peitschenkorallenwald
- Maximaltiefe: 16 m
- Strömung: schwach im Norden, mäßig bis stark im Süden
Bei Springtide kann die Strömung am Südriff so stark werden, dass Gegenanschwimmen zwecklos ist. Erfahrene Guides wählen Nipptide-Fenster oder nutzen das östliche Kap als Strömungsschutz, bevor sie kontrolliert nach Süden driften lassen.
Fünf Anemonenfisch-Arten auf einem Riff
Koh Chans Korallenblöcke funktionieren wie Anemonen-Wohnhäuser. Mindestens fünf Anemonenfisch-Arten sind hier dokumentiert — darunter der Sattel-Anemonenfisch, Clarks Anemonenfisch und der Falsche Clownfisch, der nach einem bekannten Animationsfilm eine ganze Generation zum Schnorcheln brachte. Jede Anemone beherbergt eine andere Art, manchmal nur zwei Meter voneinander entfernt. Die Nordbucht wird so zum natürlichen Bestimmungskurs.
Papageienfische raspeln tagsüber an den Hartkorallen und hinterlassen sichtbare Bissspuren. Füsilierschwärme ziehen durchs Freiwasser. Kaiser- und Falterfische patrouillieren die Felsüberhänge. Auf dem Sandhang in 14–16 Metern Tiefe finden geduldige Taucher gelegentlich Costasiella — eine Nacktschnecke, die mit ihrem comicartigen Aussehen an ein Schaf erinnert und kaum fingernageigroß ist.
Korallen-Gesundheit: Zustand des Riffs heute
Die Riffe von Samae San haben sowohl Dynamitfischerei (längst verboten) als auch temperaturbedingte Bleiche-Ereignisse erlebt. Koh Chans Südriff hat sich allerdings besser erholt als viele Nachbarplätze.
Ein Schlüsselfaktor ist der eingeschränkte Zugang. Die Marine kontrolliert die gesamte Inselgruppe, begrenzt die tägliche Besucherzahl, verbietet Ankern auf Korallengrund und ahndet Fischerei innerhalb des Schutzgebiets. Eine zwischen 2018 und 2020 an künstlichen Riffstrukturen nahe Koh Samae San durchgeführte Erhebung dokumentierte 99 Fischarten aus 36 Familien. Die Pomacentridae (Riffbarsche und Anemonenfische) dominierten mit 11 Arten. Sieben dieser Arten waren zuvor nicht auf den natürlichen Riffen des Archipels nachgewiesen worden — ein Hinweis darauf, dass die Kunststrukturen die Artenvielfalt erweitern, statt sie nur umzuverteilen.
Anreise: Marine-Boote und Wartenummern
Ohne Marine-Genehmigung darf kein privates Boot an Koh Chan anlegen. Alle Besucher starten vom Khao-Mar-Jor-Pier in Sattahip, rund 45 Autominuten südöstlich von Pattaya und etwa 2,5 Stunden von Bangkok entfernt.
- Wartenummern: Ausgabe ab 07:00 am Empfangsgebäude des Naturhistorischen Museums
- Ticketverkauf: ab 08:00
- Abfahrten: 6 Fahrten täglich, 09:00–14:00
- Eintritt: 300 THB (Thailänder), 600 THB (Ausländer) — inkl. Hin- und Rückfahrt + Parkgebühr
- Tauchausrüstung: nicht vorhanden; eigene mitbringen oder in Sattahip mieten
Werktags vormittags ist am wenigsten los. An Wochenenden und Feiertagen empfiehlt sich Ankunft vor 08:30 — sonst droht Warten auf eine spätere Fähre oder Abweisung.
Beste Tauchzeit
Die Ostküste des Golfs von Thailand folgt einem anderen Wettermuster als die Andamanensee. Koh Chan bietet die besten Bedingungen von September bis Dezember: Sichtweiten von 15–20 Metern bei ruhiger See. Januar bis März bleibt gut mit 8–15 Metern Sicht. Die Monsunmonate Mai bis August bringen Sichtweiten von 3–8 Metern, doch die Marine-Boote fahren bei Abwesenheit von Starkwind regulär.
- Hauptsaison: Sept.–Dez. — Sicht 15–20 m, Wassertemperatur 28–30 °C
- Gute Saison: Jan.–März — Sicht 8–15 m, Wassertemperatur 27–29 °C
- Nebensaison: Mai–Aug. — Sicht 3–8 m
- Wassertemperatur: ganzjährig 27–30 °C (3-mm-Shorty ausreichend)
Koh Chan im Vergleich mit anderen Samae-San-Plätzen
Jede der neun Samae-San-Inseln hat einen eigenen Unterwasser-Charakter. Koh Chans Stärke liegt in der Kombination aus Anfänger-/Mittelstufentauglichkeit und tatsächlich gesundem Riff. Hin San Chalarm (Haiflossenfels) punktet mit ganzjährig besserer Sicht, liegt aber in exponiertem Gewässer mit stärkerer Strömung — eher für erfahrene Taucher. Koh Kham lockt Schnorchler mit Sandstrand und flachem Riff. Koh Rong Khon geht in tieferes Terrain und eignet sich für Advanced Open Water und aufwärts.
Wer einen ganzen Tag einplant, kombiniert typischerweise morgens Koh Chans Südriff (Morgenlicht auf dem Hartkorallendach) mit einem zweiten Tauchgang an Hin Yai (Big Rock) oder den Kunstrifien und Wracks im weiteren Sattahip-Gebiet.
Packliste und Hinweise
Koh Chan ist keine Resortinsel. Kein Süßwasser, kein Kiosk, kein Schattenbau außer den natürlichen Bäumen. Trinkwasser, riffverträgliche Sonnencreme und Müllbeutel sind Pflicht — alles wird wieder mitgenommen.
- Brevetierung: OW reicht für die Nordbucht; AOW empfohlen für Driftauchgänge am Südriff
- Kamera: Makro für Nacktschnecken und Anemonen im Norden; Weitwinkel für Korallendach und Fächer im Süden
- Nitrox: bei einigen Tauchbasen in Sattahip verfügbar; verlängert die Grundzeit am 12-16-m-Südriff
- Riffregeln: keine Handschuhe, kein Korallenberühren, kein Stehen auf dem Riff — Marine und Parkpersonal setzen dies konsequent durch
Die 600 THB Eintritt für Ausländer decken Boot und Parkzugang, nicht aber Ausrüstungsverleih oder Guide-Dienste. Mehrere Tauchbasen in Sattahip und Pattaya bieten Samae-San-Tagestouren mit Ausrüstung, Guide und Boot an — üblicherweise zwischen 2.500 und 4.500 THB je nach Anzahl der Tauchgänge und Nitrox-Option.




























